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Projekttag Holzstuhl

Am 1. Juni fand der zweite gemeinsame Gruppentag mit Teilnehmer*innen der Projekte AMB und FaiV statt. Die Fachanleiter David Stumpf und Jörg Zimmermann hatten sich dazu etwas Besonderes vorgenommen: Jede/r Teilnehmer/in sollte einen Holzstuhl bauen, der vielseitig zu Hause im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse eingesetzt werden kann.
Als Vorlage für das Werkstück diente ein Kinderstuhl, der im Maßstab entsprechend vergrößert wurde. Ein Prototyp wurde hergestellt, modifiziert und so angepasst, dass eine stabile und dennoch einfach nachzubauende Konstruktion entstand, die platzsparend zusammengesteckt werden kann. Mit zwei Exemplaren aus der Nullserie begrüßte David Stumpf die Teilnehmer*innen an dem kühlen aber regenfreien Freitag, stellte Werkzeuge und Materialien vor, erläuterte einzelne Arbeitsschritte und wies auf Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz hin. Nachdem sich Teilnehmer*innen und Anleiter*innen gegenseitig vorgestellt hatten, begannen die Arbeiten mit dem Aufbau der einzelnen Werkstationen.
Jörg Zimmermann und Samuel Oppertshäuser richteten die Sägestation auf der Ladefläche der Lehmbaupritsche ein. Dort wurden die Trag- und Querhölzer aus 4 x 6 cm starkem Fichtenholz abgelängt und den Teilnehmer*innen zur Kantenbearbeitung ausgehändigt.
Saegestation
Unter Anleitung von Eva Gisinger und Kerstin Werner-Schott schmirgelten die eifrigen Holzbauer*innen die sechs Teile der Tragkonstruktion mit Schleifpapier. Splitter, Unebenheiten und scharfe Kanten sollten beseitigt werden, damit der Stuhl nicht nur anschaulich wird sondern auch gefahrlos benutzt werden kann. Jede/r Teilnehmer*in suchte sich dazu seinen/ihren Lieblingsplatz, wahlweise in der Werkhalle der Bausanierung oder draußen auf dem Gelände. Es wurde im Sitzen oder Stehen gearbeitet, alleine und still oder in kleinen Gruppen bei angeregter Unterhaltung.
David Stumpf richtete die Bohr- und Schraubstation ein. Hier wurden die zu verbindenden Hölzer vorgebohrt, damit beim Eindrehen der Schrauben in das weiche Holz die Kopfenden nicht aufreißen. Außerdem konnten die Teilnehmer*innen hier die Bohrlöcher mit einem Handsenker ansenken, damit später keine hochstehende Schraube die Optik stört. Mehrere Akkuschrauber erlaubten ein gleichzeitiges Arbeiten der Teilnehmer*innen beim Zusammenbau des Grundgerüsts.
Inzwischen hatten Jörg Zimmermann und Samuel Oppertshäuser ca. 300 Latten und Glattkantbretter auf Länge geschnitten, die Sitz- und Liegefläche des Stuhls bilden sollten. Die Teilnehmer*innen mussten auch diese Holzteile schmirgeln und bohren.
Maße für die Bohrlöcher und Abstände für die anzuschraubenden Querhölzer nahmen einige besonders schnelle Baumeister von den beiden Musterexemplaren ab. Andere erfragten diese oder bedienten sich der bereitgelegten Schablonen und Streichmaße.
Auf zwei großen Tischen draußen und an einem Tisch in der Halle wurden anschließend alle vorbereiteten Teile zusammengebaut. Dazu probierten einige Teilnehmer solange aus, bis ihr Ergebnis sie zufriedenstellte. Andere Teilnehmer*innen ließen sich helfen oder anleiten. Zum Schluss hatte tatsächlich jede/r einen eigenen Holzstuhl zum Mit-nach-Hause-nehmen gebaut.
Die Rückmeldung der Teilnehmer*innen zu diesem Gruppentag war überwiegend positiv. Die meisten schätzten die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren, verschiedene Materialien, Werkzeuge und Arbeitsschritte kennenzulernen und ihre händischen Fähigkeiten zu testen und zu erweitern. Die Anleiter*innen beobachteten erfreut, wie sich die Teilnehmer*innen gegenseitig unterstützten oder einfach nur beim Arbeiten miteinander in Kontakt kamen. Vorbei kommende Passanten und Kunden des Kaufhauses blieben neugierig stehen und fragten interessiert nach, was denn da gemacht wird. In der Gruppe wurden Verbesserungs- und Erweiterungsvorschläge für den Holzstuhl diskutiert. Mehrheitlich wurde beschlossen, ein ähnliches Projekt wieder gemeinsam anzugehen. Das übrig gebliebene Material wird aktuell in der Schreinerei zu weiteren Stühlen verarbeitet, die versuchsweise im Kaufhaus angeboten werden sollen.